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Die Fotografin

,,Ich lasse Bilder mit meinen Händen entstehen“

Christine K. ist Fotografin aus Leidenschaft – und setzt jeden ins rechte Licht. 
 

Es ist Frühling, ein schöner warmer Tag Mitte März, kurz vor zehn Uhr. Die kleine, lebhafte Frau ist alleine zu Hause. Ihr Mann ist auf der Arbeit, die Tochter in der Schule. Seufzend beginnt sie den alljährlichen Frühjahrsputz. Zuerst mistet sie den Schrank unter der Dachschräge aus. Alte Zettel, Zeitungsartikel, Vasen – aber was ist das? Ganz hinten im Schrank steht ein kleiner, unscheinbarer, staubbedeckter Karton. Neugierig öffnet die Frau die Schachtel und findet eine große, schwarze Kamera. Nachdenklich dreht und wendet sie sie in ihren Händen – noch unwissend darüber, dass dieser Fund ihr ganzes Leben verändern sollte…

Das war vor mehr als zehn Jahren. Heute ist Christine K. (47) wohl das, was man einen ,,Profi“ nennt. Seit mehr als zehn Jahren fotografiert sie nun schon, die Auftragsbücher sind voll. Kein Wunder: Künstlerisch, authentisch, individuelle und vor allem exklusiv – so sieht sie ihre Bilder, so sind ihre Bilder – und so ist auch sie. Aber der Reihe nach. Als sie vor Jahren eine große, schwarze Olympus, originalverpackt, zufällig beim Aufräumen fand, ahnte sie wohl noch nicht, was sich daraus entwickeln würde. Ihr Mann hatte ,,das alte Schätzchen“, bei der der Film noch per Hand weitergekurbelt werden musste, geschenkt bekommen, an die Seite gelegt und irgendwann wohl vergessen. Als Christine sie fand, war es schon um sie geschehen. ,, Ich habe die Bedienungsanleitung regelrecht verschlungen, um das Gerät von Grund auf zu verstehen“. Wer ließt schon gerne Bedienungsanleitungen?? Auch Christine nicht. Aber wenn sie einmal Blut geleckt hat, so scheint es, ist sie mit Feuereifer, Leidenschaft und größt möglicher Professionalität bei der Sache. ,, Ich war schon immer ein sehr kreativer Mensch,“ sagt sie über sich selbst. Aquarell- und Ölmalerei, Töpfern, ja sogar Gedichte hat sie als junge Frau geschrieben. Wen wundert es also, dass sie heute selbstständige Fotografin mit eigenem Studio und Dunkelkammer ist?? Nach ersten Lehrstunden in Volkshochschul-Kursen, trat die Löhnerin einem Fotoclub bei. An Autobahnen, in Wäldern und sogar im nahe gelegenen ,,Hiller Moor“ probierte sie aus, wie Fotos in verschiedenen Jahreszeiten und bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen wirken. Schnell merkte sie, dass sie schwarz- weiß Bilder und Menschen am meisten faszinieren. ,,Ich finde Menschen spannend. Wer verbirgt sich hinter der Stimme am Telefon, wie ist diese Person, was wählt er sich für Motive aus und dann gemeinsam mit diesem Menschen etwas zu erarbeiten – dass ist es, was mich wirklich fasziniert“, erklärt sie auf die Frage, was sie an ihrer Arbeit so liebt. Faszination – das wird es wohl sein. Das sie fasziniert ist, spürt man. Schnell, aufgeregt und voller Energie spricht sie über die Fotografie. Ihre Augen glänzen dabei. Immer wieder springt sie auf und rennt hinaus, um Bilder oder anderes Anschauungsmaterial zu holen. Einmal rennt sie sogar bis in den Keller, um mit einem leicht verstaubten Fotomontage wiederzukommen. Christine ist klein, zierlich, Brillenträgerin, hat mittellanges blondes Haar und ein sympathischer Wirbelwind. Trotzdem wirkt jedes Wort sehr genau, durchdacht und strukturiert – sie weiß, wovon sie spricht. Auch ihr Wohnzimmer spiegelt das wieder. Sehr modern, hell und liebevoll dekoriert, an die 20 Windlichter in allen Regenbogenfarben verzieren das schmale Fensterbrett, dazwischen Kerzen und Blumen. Christine weiß genau was sie will. Nach mehrwöchigen Praktika in einem Porträt – und einem Werbefotostudio beschloss sie, ungefähr vier Jahre nachdem sie mit der Fotografie begonnen hat, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Vor allem Hochzeits- und Familienbilder macht sie – natürlich alles in schwarz- weiß und sehr individuell. Jedes Bild ist ein Unikat und wird von ihr handsigniert. Neben dem ,,klassischen Hochzeitsmotiv“, bei dem das Paar meist auf einer Grünfläche abgelichtet wird, gibt es auch gewagtere Aufnahmen. So stellt sie Bräute schon mal in Telefonzellen oder Ställe, setzt ihnen coole Sonnenbrillen auf die Nase oder stellt sie an den Bug der Titanic. Hauptsache außergewöhnlich, denn :,,Alles, was normal ist – dazu habe ich keine Lust!“ Und normal sind ihre Bilder wirklich nicht. So macht sie nicht eher ,,den Finger krumm“, bis alles stimmig ist. Damit dies auch garantiert ist, muss jeder Kunde zu einem Vorgespräch, im dem Wünsche abgesprochen werden und man sich kennen lernt. Dies ist enorm wichtig, um ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen oder aber – und das ist auch schon vorgekommen – um festzustellen, dass die Chemie einfach nicht stimmt. Dann wird leider nicht zusammengearbeitet. Ohnehin sieht Christine sich nicht als die ,,typische Dienstleisterin“, der es nur um Quantität, nicht um Qualität geht. Darum macht sie auch keine Werbung, sondern lebt ausschließlich von Mundpropaganda. Sie möchte nicht, ,,das jemand, der ein Passbild von sich machen lassen möchte, die gelben Seiten aufschlägt und dann rein zufällig auf meinen Namen trifft.“ Schließlich ginge damit ein Stück Exklusivität verloren. Aber Christine ist auch ohne Werbung erfolgreich. Qualität, aber auch ein geschickter Umgang mit Menschen sprechen sich schließlich schnell herum. Den brauch sie auch, denn Akt – und Erotikbilder sind stark im kommen. Ein Shooting mit der gelernten Bankkauffrau dauert dann gerne mal einen ganzen Nachmittag. Sinnlich, ausdrucksstark, sexy,  aber niemals ,,platt“- das ist Erotik by K.. ,,Es sollen ja schließlich keine Playboy – Bilder sein“. Aber das sind sie nicht. Da hat Christine schon ganz andere Hürden genommen. So wurde sie 2002 für eine Hochzeit in den USA / Atlanta von einem Paar gebucht. Und auch eine noch größere Hürde wird sie sicherlich mit Bravour  bestehen. Demnächst fotografiert sie ein Hochzeitspaar, bei dem der Mann Rollstuhlfahrer ist. Und auch auf eine Hochzeitsausstellung geht sie wieder. Wie jedes Jahr wird sie in der ,,Villa Meyer“ in Löhne das gesamte Haus dekorieren und mit ihren Fotos ausstatten. Für die Zukunft hat sich Christine K. einiges vorgenommen. So wird sie eine Mitarbeiterin für die Dunkelkammer einstellen, die nach Bedarf Bilder entwickelt. Zusätzlich wird sie sich in die digitale Fotografie und dem dazugehörigen Softwareprogramm ,,Photoshop“ einarbeiten.

Wie man sieht, wird es Christine wohl nie langweilig werden. Bis zum nächsten Fund… 
13.7.08 13:51
 


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